Meine erste Krebserfahrung war die Diagnose, die mein Vater bekam: Prostatakrebs.
Der behandelnde Arzt meinte damals, im Jahr 1980: „Wenn ich mir einen Krebs aussuchen müßte, würde ich diesen nehmen, denn da hätte ich noch 10 Jahre zu leben.“
Es stimmte wirklich. Mein Vater starb im Juli 1990. Er war immer sehr tapfer. Seine Behandlungen wurden mit Hormonen und Bestrahlung durchgeführt. Ungefähr drei Wochen vor seinem Tod meinte der Arzt zu meiner Mutter, Vati soll so lange daheim bleiben, wie es ihm möglich ist, er wird nach diesem Krankenhausaufenthalt nicht mehr heimkommen.
Ich erinnere mich noch so gut, als ich meine Eltern abholte, um mit Vati ins Spital zu fahren. Mein Vater schaute sich überall um, er ging so aufmerksam durch das Haus und den Garten, als würde er sich von seinem Lebenswerk verabschieden.
Ich besuchte ihn dann immer vormittags, wenn meine Kinder in der Schule und im Kindergarten waren.
Er, der Großvater, der ihnen Segelschiffe auf den Bauch gezeichnet hatte, der so oft mit den drei Enkeln am Boden herumgealbert hatte, hatte keine Kraft mehr für sie.
Nach dem Krankenhaus fuhr ich zu meiner Mutter, die zu der Zeit beim Heurigen Torten und Kuchen backte. Ich berichtete ihr voll Hoffnung von Vati´s Fortschritten. Nachmittags, wenn sie zu ihm fuhr, war er schon müde und sah nicht so gut aus.
Mein Vater starb in der Nacht und erst nachdem meine Mutter seine Kleidung verschenkte, fand sie Zetteln mit den Aufzeichnungen über seine Schmerzen in den Taschen.
Fortsetzung folgt.
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